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Deutsche Märchenstraße

Auf den Spuren der Gebrüder Grimm

Die Deutsche Märchenstraße folgt den Spuren der Gebrüder Grimm, wo hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen mutige Prinzen wohnen, wo Feen verzaubern und Rattenfänger zu neuen Abenteuern locken. Im historischen Rathaussaal der Brüder Grimm Stadt Steinau an der Straße wurde sie 1975 gegründet: die Deutsche Märchenstraße ist eine Arbeitsgemeinschaft von derzeit mehr als 60 Städten, Gemeinden und Landkreisen und ist seither eine der ältesten und beliebtesten Ferienrouten Deutschlands.

Zwischen Main und Meer führt die Deutsche Märchenstraße über 600 Kilometer durch eine Landschaft voller Poesie. Viel Kunst und Kultur, acht Naturparks und reizvolle Mittelgebirgs- und Flusslandschaften liegen auf dem Weg. Sie startet in Hanau und endet in Bremen. Abwechslungsreich, doch immer zauberhaft - so zeigt sich auch die Märchenstraße mit ihren vielerlei Landschaften. Es sind die deutschen Mittelgebirge mit dem Kinzigtal zwischen Vogelsberg und Spessart, der lieblichen Schwalm, dem waldreichen Knüll, dem kuppigen Chattengau südwestlich Kassels, dem verträumten Eichsfeld und dem Weserbergland mit dem reizvollen Flusstal. Da ist die Norddeutsche Tiefebene mit den fruchtbaren Wesermarschen und dem meernahen Trichter der Wesermündung bei Bremen. Dieses Märchenparadies lässt sich auch gut zu Fuß - auf den zahlreichen märchenhaften Wanderwegen, oder per Fahrrad erkunden. Eine Vielzahl von regionalen und überregionalen Radwegen führt durch sanfte Täler oder auch durch hügelige Landstriche.

In der Mittelweser-Region zählt die Kleine Nienburgerin zu ihren Attraktionen. Sie ist seit der 950-Jahr-Feier im Jahre 1975 zur Symbol- und Werbefigur der Stadt Nienburg erklärt worden. Bis zu diesem Zeitpunkt existierte lediglich das Lied "Ich bin die Kleine Nienburgerin" als Wechselgesang mit dem Calenberger Bur. Bis heute konnte nicht festgestellt werden, wer dieses Lied komponiert bzw. getextet hat und wann es entstanden ist. Um 1900 war es jedoch in der Stadt und der Umgebung sehr bekannt und wurde sogar in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts häufig im Rundfunk gespielt. Die Kleine Nienburgerin ist in Bronze gegossen hinter dem Posthof zu bewundern. Daneben erklingt Montag bis Freitag dreimal täglich (ca. 9.05 Uhr, 12.05 Uhr und 18.05 Uhr) sowie Samstag und Sonntag (ca. 11.05 Uhr, 12.05 Uhr und 18.05 Uhr) die Melodie des Liedes aus dem Glockenspiel, das an der Seitenfront des Posthofes angebracht ist. Während einer Stadtführung durch Nienburg erfahren Sie noch mehr Mystisches und Märchenhaftes aus der Vergangenheit der Stadt.

Die kleine Nienburgerin (Liedtext)
Nienburgerin un Kalenbarger Bur. (Aus Hannover)
1. Ich bin die kleine Nienburger, Nienburgerin.
   
Hab´ so´n klein Hütchen auf | mit so viel Blümchen
    drauf. Ich bin die kleine Nienburger, Nienburgerin.
2. Ick bin dei ole:,: Kalenbarger:,: Bur.
    Hew sau´n ol´n Deiwitz up | mit sau veel Builen drup.
   | Ick bin dei ole usw.
3. Ich bin die kleine :,: Nienburger :,: in. Hab´ so´n
    schön Kleidchen an | mit so veel Spitzen dran. |
    Ich bin usw.
4. Ick bin dei ole :,: Kalenbarger :,: Bur. Hew sau´n ole´
    Böxen an,| mit sau veel Flicken dran. Ick bin dei usw
5. Ich bin die kleine :,: Nienburg :,: in. Hab´ so´n schön
    Schürzchen an |mit so viel Blümchen dran. |Ich bin
    usw.
6. Ick bin dei ole :,: Kalenbarger :,: Bur. Hew sau´n ole
    Jacken an | mit sau veel Lappen dran. |Ick bin usw.
7. Ich bin die kleine :,: Nienburger :,: in. Hab´ solch
     kleine Schühchen an | mit viel Schleifchen dran. |
     Ich bin usw.
8. Ick bin dei ole :,: Kalenbarger :,: Bur. Hew sau´n ol
     Stewel an | mit sau veel Kaudreck dran. Ick bin dei
     usw.

Die Legende vom Wähligen Rott

Es war im Jahre 1625, mitten im Dreißigjährigen Krieg, da stand der kaiserliche Feldherr Tilly vor Nienburg, einem Städtchen mit damals knapp 3000 Einwohnern zwischen Minden und Bremen. In der Weserstadt waren 3000 dänische Soldaten stationiert, die die protestantische Sache unterstützen sollten. Aber gegen die vielfache Übermacht des berühmten Feldherrn schien die schwach befestigte Stadt keine Chance zu haben. Doch es sollte anders kommen: Der Versuch Tillys, die Stadt zur Kapitulation zu zwingen, indem er eine Schiffsbrücke über die Weser schlug und einige Regimenter über sie führte, um somit die letzten Zugangswege abzuschneiden, wurde zunichte gemacht. Der Grund war der militärisch erfolgreiche Hans Michael Elias von Obentraut, der auch als „Deutscher Michel“ bekannt wurde. Er stand im Dienst des dänischen Königs und trat 1625 dem Feldherrn Tilly gegenüber. Er und seine tollkühne Kavallerie warfen die bereits übergesetzten Truppen Tillys zurück, zerstörten die Brücke und zwangen Tilly zum Abzug von der belagerten Stadt. Eine Niederlage, die der erfolgsverwöhnte Tilly nicht gewohnt war. Noch dazu musste er während der Belagerung eine weitere Schmach erleiden: Eine Gruppe von Nienburger Bürgern, genannt „Dat Wählige Rott“, die während des Dreißigjährigen Krieges aktiv war, erbeutete bei einem „geheimen“ Ausfall in der Nacht eine Fahne und ein Zelt des Feldherren Tilly. Der Begriff „Dat Wählige Rott“ bedeutet „die auserwählte Rotte“. Rotte ist ein zu der Zeit üblicher militärischer Begriff für Schar oder Gruppe gewesen. Dieser mutige Bürgertrupp hielt den berühmten Feldherrn Tilly zum Narren. Die Gruppe „Dat Wählige Rott“ ging damit in die Geschichte Nienburgs ein und wird seit jener Zeit zum alljährlichen Nienburger Scheibenschießen im Juni wieder lebendig. 

Die Stadt Hoya/Weser ist ebenfalls Mitglied der Deutschen Märchenstraße.
Eine sagenhafte "Zwergengeschichte" soll sich dort ereignet haben.

"Die Zwerge im Schlosse zu Hoya"

Eines Nachts erschien bei dem Grafen von Hoya ein kleines Männlein.
Der Graf erschrak, aber das Männlein meinte, der Graf solle sich doch nicht fürchten und seine Bitte ruhig anhören. Weiter sagte der Kleine: „In der nächsten Nacht möchten meine Gesellen und ich in deinem Schlosse ein Fest feiern. Keiner soll davon wissen, als du allein. Es wird auch niemandem im Schlosse ein Leid geschehen, und wir Zwerge werden dir und deinem Geschlecht allzeit dankbar sein.“ Der Graf, der wohl wusste, dass man sich mit dem Zwergenvolk gut stellen muss, war einverstanden.
Da kamen in der nächsten Nacht viele Zwerge über die Brücke ins Schloss, brieten und backten in der Küche, und im Saale wurde getanzt und gefeiert. Am nächsten Morgen suchte das kleine
Männlein den Grafen wieder auf und bedankte sich herzlich.
Dann überreichte es dem Grafen seine Geschenke, nämlich ein Schwert, ein Salamanderlaken und einen Ring mit einem roten Stein, in den ein Löwe geschnitten war. Dabei sprach das Männlein diese Worte: „Den goldenen Ring, das Salamanderlaken und das Schwert sollst du gut verwahren und deine Nachkommen auch, denn solange diese drei beieinander bleiben, wird es um die Grafschaft wohl stehen. Geht aber eins davon verloren, werden Unglück und Zwietracht über das gräfliche Haus kommen.“ Lange Jahre verwahrten die Hoyaer Grafen die Geschenke des Zwerges mit Sorgfalt und hielten sie in Ehren. Wenn aber ein Graf von Hoya zum Sterben kam, wurde kurz vorher der rote Löwe in dem Ring ganz blass. Damals, als Graf Jobst und seine Brüder die Grafschaft gemeinsam regierten, gingen Schwert und Salamanderlaken verloren. Da wurden die Brüder uneins, und es gab Krieg und Blutvergießen in der Grafschaft. Dem letzten Grafen von Hoya gab man den Ring der Zwerge mit ins Grab. Manche meinen auch, die Fahne der Grafschaft habe das Schwarz und Gelb von dem Salamanderlaken.

An der Deutschen Märchenstraße ist eben alles wie im Märchen! Prospekte zur Deutschen Märchenstraße können Sie hier bestellen.Informationen: www.deutsche-maerchenstrasse.com

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